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Dr. Jürgen Reichen (1939-2009) hat in seinem Buch "Hannah hat Kino im Kopf" sehr lebendig die Hintergründe und die Entstehung der Methode "Lesen durch Schreiben" beschrieben.

Hannah hat Kino im Kopf

Erschienen im Verlag Otto Heinevetter, Hamburg

Lesen durch Schreiben

Im Konzept „Anton & Zora“ lernen die Kinder mit der Methode Lesen durch Schreiben. Diese Methode - die als Grundlage die Selbstlernfähigkeit des Kindes nutzt - wurde von dem Schweizer Grundschullehrer und Psychologen Dr. Jürgen Reichen entwickelt und wird seitdem in immer mehr Grundschulen im deutschsprachigen Raum eingesetzt. Darüber hinaus gibt es kaum eine Methode, die den Erstlese- und Erstschreibunterricht in den letzten Jahrzehnten mehr beeinflusst hätte. Mittlerweile gibt es kaum eine Fibel oder ein ähnliches Werk für den Anfangsunterricht, das nicht auch eine Buchstabentabelle integriert hätte.

Die Buchstabentabelle ist dabei das zentrale Arbeitsmittel, mit dem die Kinder zunächst lernen, Wörter lautgetreu zu verschriften, das heißt, dass sie aufschreiben, was sie hören. Dies entspricht der natürlichen Schreibentwicklung, die in ähnlichen Phasen abläuft, wie das Sprechenlernen. Ebenso wenig wie wir von Kleinkindern verlangen, von Anfang an grammatikalisch korrekt zu sprechen, können wir Schulkinder am Anfang ihres Schreiblernprozesses damit überfordern, dass wir von ihnen die Dudenschreibung verlangen. Wichtig ist, dass die Kinder möglichst viel selbst schreiben (nicht abschreiben!), damit sie sich mit jeder neuen Schreiberfahrung weiter entwickeln. „Fehler“ sind wichtige Schritte auf dem Weg zur dudenkonformen Schreibung, sie können den Lehrerinnen und Lehrern wichtige Hinweise geben, an welcher Stelle des Lernprozesses sich das Kind gerade befindet.

Erfahrungsgemäß setzt das Lesen während des Schreiblernprozesses von selbst ein, wenn die Kinder genügend Schreiberfahrungen gesammelt haben.